Ausschnitt aus der Ludwigsburger Kreiszeitung vom 15. November 2005


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J.R. Ewing rettete teure UNESCO-Gala

DRESDEN/NEUSS - Shakira, Thomas Gottschalk, Ornella Muti, Dolly Buster. Alle Großen des Showbusiness kamen zur Benefiz-Gala der UNESCO-Botschafterin Ute Ohoven nach Neuss. Was keiner ahnte - beinahe wäre die Gala geplatzt. Der Dresdner Anwalt Dr. Endrik Wilhelm und ein Cowboy retteten den Abend und so Spenden von 1,8 Millionen Euro.

Nur 24 Stunden vor der Gala wurde sein Mandant, Promi-Manager Heiko Günther (40), verhaftet. Der hatte unter dem Künstlernamen Ingo Wolf für die Show den „Aufmarsch“ der Prominenz und deren Spenden koordiniert. Endrik Wilhelm: „Durch Miss-verständnisse lagen Haftbefehle aus Leipzig und München vor.“ Als die Polizei auch noch glaubte, Günther sei als Ingo Wolf untergetaucht, klickten Handschellen.

Der umtriebige Manager, der vergangene Woche in Leipzig wegen versuchter Körperverletzung mit Nötigung zu 700 Euro Geldstrafe verurteilt wurde und nicht nur Freunde hat, saß in der Zelle. Die Promi-Herde war ohne „Schäfer“, die Gala in Gefahr.

Das rief Anwalt Wilhelm auf den Plan. Und US-Star Larry Hagman (74, Dallas: „J.R. Ewing“), der für die Gala in Düsseldorf weilte. „Mister Hagman ist ein Freund meines Mandanten. Er bot sich spontan an, zu helfen.“ Und so „ritten“ Wilhelm und der Cowboy (natürlich mit Hut!) im Knast ein. „Die Wachmänner staunten, als der Schauspieler an die Pforte klopfte“, so Wilhelm. „Allerdings war damit auch klar, welche Bedeutung mein Mandant für die Gala hatte.“

Während der Advokat mit dem Haftrichter verhandelte, organisierten die Schließer eine Knast- und Gerichtsbesichtigung für den US-Star und „Hilfsanwalt“. Pünktlich zur Gala erschien Heiko Günther auf dem roten Teppich als freier Mann. Die Gala „Kinder in Not“ war gerettet. Die Promis spendeten 1,8 Mio. Euro.

Allerdings: Während der Leipziger Haftbefehl erledigt war, konnte der Richter den Bescheid aus München nicht „über den Kopf“ der bayerischen Kollegen aufheben. Daher musste Günther nach der Party wieder hinter Gitter. Wilhelm: „Ich rechne aber damit, dass mein Mandant jetzt freikommt.“

(Aus der Sächsischen Zeitung)

Warum log Benefiz-Lady für ihren Manager?

Neuss - Es schien die perfekte Geschichte zu sein: Larry Hagman alias „J.R. Ewing“ taucht im Düsseldorfer Amtsgericht auf, zückt den Geldbeutel und kauft seinen langjährigen Partner Heiko G. (40) alias Ingo Wolf für 25.000 Euro Kaution frei. „Dallas“ am Rhein. Doch Pustekuchen! Die filmreife Story stimmt gar nicht.
Denn nicht Hagman – wie von Ute Ohovens Sprecher Claus Happel verbreitet - erlöste den (u. a. wegen Betrugsvorwürfen) gesuchten Manager der Neusser Unesco-Gala aus dem Knast.

Sondern: „Das Geld zahlte Frau Ohovens Ehemann Mario“, bestätigt Amtsgerichtssprecher Clemens-Peter Bösken dem EXPRESS. Ohoven hatte außerdem verlauten lassen, sie habe erst am vergangenen Samstag – dem Tag der Gala – von den aus München und Leipzig vorliegenden Haftbefehlen gegen G. erfahren.

Doch auch das ist falsch. Nach EXPRESS-Informationen sprach Ute Ohoven am 4. November persönlich für ihren Gala-Manager in München vor. Das bestätigt der dortige Oberstaatsanwalt Anton Winkler: „Sie war mit einem Anwalt bei der zuständigen Richterin.“

Warum log Ute Ohoven, die seit Jahren mit den Gala-Millionen so viel Gutes für die Kinder der Welt tut? Und warum vertraute sie G. weiter, obwohl er „mit sehr viel Geld hantierte“ (Staatsanwalt Johannes Mocken)?

EXPRESS versuchte die Benefiz-Lady am Dienstag vergeblich zu erreichen. Sie sei auf dem Weg zum Geburtstag des Unesco-Generalsekretärs nach Paris, so ihr Sprecher Happel, der selbst sagte: „Dazu äußere ich mich nicht.“

PS.: Heiko G. sitzt noch in U-Haft, soll bis Montag nach München gebracht werden.

(Aus EXPRESS)